Die kurze Antwort
Zwei Elektroautos erfordern nicht automatisch die doppelte Anschlussleistung. Meist entscheidet intelligentes Lastmanagement, wie verfügbare Leistung verteilt wird.
Dynamisches Lastmanagement schützt den Hausanschluss und verteilt Leistung.
Leistung aus dem Mobilitätsbedarf ableiten
Ein Auto steht zuhause meist viele Stunden. Entscheidend ist daher nicht die maximale Prospektleistung, sondern wie viele Kilowattstunden bis zur nächsten Abfahrt nachgeladen werden müssen.
Zwei Fahrzeuge können zeitversetzt oder mit geteilter Leistung zuverlässig versorgt werden.
Statisches und dynamisches Lastmanagement
Statisches Lastmanagement teilt eine feste Obergrenze. Dynamisches Lastmanagement misst zusätzlich den aktuellen Hausverbrauch und nutzt freie Anschlussleistung.
So bleibt Reserve für Herd, Wärmepumpe und andere Verbraucher, ohne pauschal einen größeren Netzanschluss vorzuhalten.
Eine Doppelwallbox oder zwei Geräte
Beide Varianten können funktionieren. Wichtig sind kompatible Kommunikation, Nutzerzuordnung, Abrechnung, Kabelwege und ein gemeinsames Lastmanagement.
Zwei unabhängige Geräte ohne koordinierte Begrenzung sind bei knappem Anschlusswert keine gute Planung.
PV-Laden mit zwei Fahrzeugen
Das HEMS benötigt Regeln: Welches Auto fährt zuerst, welche Mindestreichweite gilt und darf Netzstrom ergänzen? Eine rein proportionale Teilung passt nicht zu jedem Alltag.
Abfahrtszeiten und Mindestladestände machen die Optimierung nachvollziehbar.
Gleichzeitigkeit statt Addition der Typenschilder
Zwei 11-kW-Wallboxen bedeuten nicht automatisch, dass dauerhaft 22 kW zusätzlich aus dem Netz benötigt werden. Entscheidend ist, ob beide Fahrzeuge gleichzeitig mit voller Leistung laden müssen und welche weiteren großen Verbraucher aktiv sind.
Ein Lastmanagement verteilt die verfügbare Leistung dynamisch. Dadurch können zwei Ladepunkte an einem begrenzten Hausanschluss betrieben werden, ohne die vereinbarte Anschlussleistung zu überschreiten.
Statisch oder dynamisch verteilen
Statisches Lastmanagement teilt eine feste Gesamtleistung auf die Wallboxen. Dynamisches Lastmanagement misst zusätzlich den aktuellen Gebäudeverbrauch und gibt nur die momentan freie Leistung zum Laden frei.
Mit Wärmepumpe, Durchlauferhitzer oder Batteriespeicher ist die dynamische Variante oft sinnvoller. Messung und Reaktion müssen jedoch zuverlässig und ausfallsicher geplant sein.
Beispiel für den Ladealltag
Stehen über Nacht acht Stunden zur Verfügung, lassen sich selbst bei gemeinsam begrenzten 11 kW theoretisch bis zu 88 kWh übertragen. Reale Ladeverluste und Fahrzeuggrenzen reduzieren den Wert, für viele tägliche Fahrleistungen bleibt dennoch große Reserve.
Eine höhere Spitzenleistung ist vor allem dann wichtig, wenn beide Autos fast leer ankommen und in kurzer Zeit wieder weit fahren müssen. Das sollte anhand echter Fahrprofile statt seltener Extremfälle bewertet werden.
Eine oder zwei Wallboxen?
Zwei fest angeschlagene Ladepunkte bieten Komfort und vermeiden Umstecken. Eine Wallbox mit zwei Ladepunkten kann technisch ebenfalls passen. Entscheidend sind Stellplätze, Kabelführung, Abrechnung, Nutzerzuordnung und Erweiterbarkeit.
Bereits bei der ersten Installation lohnt ein ausreichend dimensionierter Leitungsweg und Platz in der Verteilung. Spätere Tiefbau- oder Umbauarbeiten sind häufig teurer als vorbereitete Infrastruktur.
Quellen und weiterführende Fachinformationen
Für technische Details und die Planung einer konkreten Anlage sind aktuelle Herstellerunterlagen sowie die einschlägigen Fachinformationen maßgeblich.
VDE: Technischer Leitfaden Ladeinfrastruktur Elektromobilität
Unser Fazit
Zwei feste Ladeplätze sind oft komfortabler als tägliches Umstecken. PV-Überschuss und Abfahrtsziele sollten gemeinsam priorisiert werden.
Der nächste sinnvolle Schritt: Tägliche Fahrstrecken beider Fahrzeuge erfassen.



