Viele unserer Kund:innen bringen das Thema inzwischen selbst mit an den Tisch: Heartbeat von 1KOMMA5°, KI-Energiemanagement, dynamische Stromtarife und Versprechen wie „Strom ab 0 Cent/kWh“.
In Social Media und Werbung wirkt das oft, als gäbe es nur zwei Optionen: Entweder man hängt sich an eine Plattform – oder man ist „altmodisch“ und verpasst die Energiewende.
Wir sehen das anders. Wir sind kein Verbraucherschutzverein und auch keine Rechtsberatung, sondern ein Handwerksbetrieb, der Anlagen plant, baut und dafür gerade steht. Aus dieser Perspektive ordnen wir Heartbeat und ähnliche Modelle ein.
Was Heartbeat eigentlich macht
Heartbeat ist das Energiemanagement-System von 1KOMMA5°. Grob gesagt: Eine Box im Haus verknüpft Photovoltaik, Stromspeicher, Wallbox, Wärmepumpe und Stromtarif. Eine KI soll Geräte automatisch steuern, Last verschieben und günstige Börsenpreise ausnutzen. Das Modell besteht typischerweise aus drei Bausteinen:- einer einmalig gekauften Hardware (Heartbeat-Box),
- einem laufenden KI- und Service-Abo,
- sowie einem eigenen dynamischen Stromtarif des Anbieters.
Wo wir als Handwerksbetrieb genauer hinschauen
Wir kritisieren nicht die Idee von Energiemanagement an sich – im Gegenteil: Ohne intelligente Steuerung werden wir die Energiewende nicht sauber hinbekommen. Aber es gibt ein paar Punkte, bei denen wir unseren Kund:innen empfehlen, genauer hinzusehen: 1. Gekaufte Hardware, laufende Verträge Die Box gehört dir, die eigentliche Intelligenz (KI-Logik, Tarif, Optimierung) läuft über laufende Verträge. Das ist aus Sicht des Anbieters konsequent – wiederkehrende Erlöse sind attraktiv. Als Kund:in solltest du aber fragen: Was bleibt funktional übrig, wenn ich den Dienst irgendwann nicht mehr nutzen will? 2. Verknüpfung von Steuerung, Visualisierung und Tarif Bei vielen Plattformmodellen hängen Steuerung der Verbraucher, App-Visualisierung und der spezielle Stromtarif eng zusammen. Wird an einem Baustein gedreht (Preise, Produkte, Strategie), kann das Auswirkungen auf dein gesamtes Energiesystem haben. Wir finden: Das darf man wissen, bevor man sich langfristig bindet. 3. Daten und Rollenverständnis KI braucht Daten. Daraus kann echter Mehrwert entstehen – aber auch ein Geschäftsmodell, bei dem dein Haus Teil eines virtuellen Kraftwerks wird, ohne dass du jede Konsequenz im Detail kennst. Wir verteufeln das nicht, wir benennen es. Kundensouveränität heißt für uns: Du weißt, was mit deinen Daten passiert und welche Optionen du hast.Welche Vorteile 1KOMMA5° mit Heartbeat hat – und warum das relevant ist
Damit keine Missverständnisse entstehen: Aus Anbietersicht ist Heartbeat ein sehr cleveres Geschäftsmodell. Es kombiniert Hardware, Software und Stromtarif zu einem Paket – mit mehreren Vorteilen für 1KOMMA5°: 1. Planbare, wiederkehrende Einnahmen Neben der einmaligen Hardware (Heartbeat-Box) entstehen laufende Erlöse über Softwaregebühren und den verknüpften Stromtarif. Statt nur eine Anlage einmal zu verkaufen, begleitet der Anbieter den Haushalt über viele Jahre – mit planbaren, wiederkehrenden Umsätzen. 2. Hohe Kundenbindung Energiemanagement, Visualisierung und Stromtarif sind eng miteinander verknüpft. Wer Heartbeat einmal im Haus hat und den dazugehörigen Tarif nutzt, wird diesen Schritt nicht „mal eben“ wechseln. Das ist aus Unternehmenssicht logisch – als Kund:in sollte man sich dieser Bindung bewusst sein. 3. Skaleneffekte durch ein virtuelles Kraftwerk Viele vernetzte Anlagen werden zu einem virtuellen Kraftwerk gebündelt. Damit lassen sich Strommengen bündeln, steuern und teilweise auch am Markt vermarkten. Je mehr Haushalte teilnehmen, desto wertvoller wird dieser Pool – technisch wie wirtschaftlich. 4. Datenbasis für Produkte und Optimierung Über Heartbeat fließen dauerhaft Mess- und Anlagendaten: Erzeugung, Verbrauch, Ladezustände, Schaltpunkte. Daraus lassen sich Algorithmen verbessern, Produkte weiterentwickeln und neue Geschäftsmodelle ableiten. Auch das ist für einen Plattformanbieter ein klarer Vorteil. Diese Punkte sind nicht „böse“ – sie erklären nur, warum solche Modelle für große Marktteilnehmer attraktiv sind. Unsere Aufgabe als Handwerksbetrieb ist es, genau hinzuschauen und offen zu erklären, was das für die Menschen bedeutet, deren Anlagen wir planen und bauen.Wir sind keine Verbraucherschützer – wir sind die, die es bauen
Wichtig ist uns: Wir schreiben das nicht, um irgendjemanden „anzuprangern“. Wir schreiben das, weil wir in der Praxis in genau diesen Anlagen stehen – mit Verantwortung für Planung, Ausführung, Messung und spätere Anpassungen. Wenn Kund:innen uns auf Heartbeat oder ähnliche Systeme ansprechen, dann ist Wegducken keine Option. Wir erklären, wie diese Modelle konstruiert sind, welche Stärken sie haben – und wo aus unserer Sicht Abhängigkeiten entstehen. Wir dürfen keine Rechtsberatung geben und wollen das auch nicht. Unsere Perspektive ist eine andere: Wir sind diejenigen, die die Technik in reale Häuser bringen und im Zweifel später wieder anfassen müssen, wenn etwas geändert werden soll.Heartbeat, §14a EnWG und Steuerbarkeit
Mit §14a EnWG werden steuerbare Verbrauchseinrichtungen wie Wallboxen, Wärmepumpen und bestimmte Speicher künftig verpflichtend steuerbar – dafür gibt es reduzierte Netzentgelte oder pauschale Entlastungen. Das ist sinnvoll: Ohne Steuerbarkeit wird eine hohe Dichte an PV-Anlagen und neuen Verbrauchern die Netze überfordern. Wichtig ist aber: Steuerbarkeit heißt nicht automatisch, dass ich mich an ein Plattformmodell binden muss. Es gibt verschiedene Wege:- Steuerung über Systeme des Netzbetreibers oder lokale Steuerboxen,
- offene Energiemanagement-Systeme mit standardisierten Schnittstellen,
- proprietäre Plattformen wie z. B. Heartbeat.
Wie wir bei PEAK.Energy mit Heartbeat & Co. umgehen
Wir sind kein Heartbeat-Partner und kein Reseller solcher Modelle. Unser Geschäftsmodell ist ein anderes: Wir planen und bauen Anlagen so, dass sie technisch sauber, §14a-fähig und langfristig wartbar sind. Wenn du als Kund:in mit konkreten Fragen zu Heartbeat, Plattformmodellen oder dynamischen Tarifen zu uns kommst, reden wir nicht darum herum. Wir legen offen:- wie die Konstruktion aussieht (Hardware, Dienste, Tarif),
- wo der tatsächliche Nutzen für dich liegt,
- und wo Abhängigkeiten entstehen können.
Unser Ansatz: offene, herstellerunabhängige Systeme
Unser Kompass ist relativ einfach:- Wir arbeiten herstellerunabhängig und nutzen, wo immer möglich, offene oder standardisierte Schnittstellen.
- Wir planen Anlagen so, dass Komponenten wie Speicher, Wallbox und Wärmepumpe nicht an einen einzigen Anbieter gebunden sind.
- Wir denken §14a und künftige Anforderungen mit – ohne dich vorschnell in ein proprietäres System zu sperren.
- Wir erklären dir technische und wirtschaftliche Zusammenhänge so, dass du sie wirklich einordnen kannst.
Was das für dich als Kund:in konkret bedeutet
Am Ende geht es nicht darum, ob ein Modell für 1KOMMA5° sinnvoll ist – sondern ob es zu dir passt. Drei Fragen, die wir unseren Kund:innen immer mitgeben:- Fühlst du dich wohl damit, dass Steuerung, App-Visualisierung und Stromtarif an einen einzelnen Anbieter gekoppelt sind?
- Welche Teile deines Systems funktionieren noch sinnvoll, wenn du den Dienst oder Tarif irgendwann nicht weiter nutzen willst?
- Ist dir maximale Bequemlichkeit wichtiger – oder möchtest du dir bewusst technische und vertragliche Optionen offenhalten?
Fazit: Kein Schwarz-Weiß – aber ein klarer Kompass
Heartbeat und vergleichbare Systeme sind kein „Feindbild“ für uns. Sie sind ein Geschäftsmodell am Markt – mit Stärken, mit Schwächen und mit klaren Interessen dahinter. Wir widersprechen aber der Vorstellung, Handwerksbetriebe seien nur die „kleinen Installateure“, die das alles nicht durchdringen. Wir sind diejenigen, die Dächern, Kellern und Zählerplätzen ein Gesicht geben – und die mit ihrem Namen unter technischen Lösungen stehen. Unser Kompass bleibt dabei klar:- Ja zu moderner Energiesteuerung.
- Ja zu §14a-konformen, netzdienlichen Anlagen.
- Nein zu unnötigem Lock-in, bei dem Kund:innen die Kontrolle über ihr Energiesystem verlieren.